Allgemeines zur Komplementärmedizin

KOMPLEMENTÄRMEDIZINISCHE THERAPIEFORMEN
Zur Komplementärmedizin werden zahlreiche, völlig unterschiedliche Therapieformen gezählt. So verschieden die einzelnen Überlegungen, Denkmodelle oder Therapieschritte auch sein mögen, sie versuchen alle über die Aktivierung des körpereigenen Regulationssystems eine Verbesserung oder Stabilisierung der Gesundheit zu erreichen.

Es wird versucht, den Patienten als Einheit zu sehen und Regelkreise, Reflexzusammenhänge und körpereigene Steuerungsmechanismen auszunützen, um die gewünschten Reaktionen auszulösen. Dadurch kann bereits in Stadien der Überlastung und Dekompensation behandelt werden und somit eine effektive Krankheitsvorsorge und Therapie betrieben werden.

Ist es aber bereits zum Zusammenbruch des körpereigenen Regulationssystems gekommen, oder gelingt es nicht, die Selbstheilungskräfte des Organismus genügend zu aktivieren, sind die Grenzen der Komplementärmedizin erreicht.

Die alleinige Anwendung regulativer Therapieverfahren ist nun nicht mehr möglich und eine Kombination mit schulmedizinischen Verfahren unbedingt nötig. Zusätzlich kann und soll die regulative Therapie natürlich unterstützend weitergeführt werden.
 
SCHULMEDIZINISCHE THERAPIEFORMEN
Die Stärke der Schulmedizin liegt vor allem bei schweren akuten Erkrankungen, im chirurgischen Bereich und bei der Substitution von lebensnotwendigen Stoffen, sofern der Körper nicht mehr in der Lage ist, diese selbst in ausreichendem Maß herzustellen.

Bei chronischen Erkrankungen ist zumeist eine Kombination von schul- und komplementärmedizinischen Therapien am erfolgreichsten.
 
KONSTITUTION UND LEBENSSTIL
Jeder Mensch kann eine Reihe von Störungen und Belastungen eine zeitlang kompensieren, ohne Schaden an seiner Gesundheit zu nehmen.
Auch Mangelzustände an Vitaminen und Mineralstoffen wirken sich oft lange nicht in Form von Beschwerden aus.

Je mehr Störfaktoren aber vorliegen und je länger sie einwirken, desto wahrscheinlicher ist eine Überlastung des Regulationssystems.
Abhängig von der genetischen Konstitution (Veranlagung) kommt es früher oder später zu Überlastung, Dekompensation und Krankheit.
Durch eine gesundheitsorientierte Lebensführung (gesunde Ernährung, Bewegung, weitestgehende Reduktion von Genußgiften, Vermeidung von Streß und chronischer Überlastung) kann auf Entstehung und Verlauf von Gesundheitsstörungen Einfluß genommen werden.
Eine positive Beeinflussung eines schwachen Regulationssystems ist genauso möglich wie eine Überlastung eines primär starken Regulationssystems durch ständigen Raubbau.

Nicht jeder Mensch ist gleich belastbar, nicht alle Menschen können ihrem Körper gleichviel zumuten. Aber jeder kann lernen, mit seinen Ressourcen sparsam umzugehen, sie bestmöglich einzusetzen und zu regenerieren.
 

DAS PRINZIP DES VOLLEN FASSES
Betrachten Sie den Organismus als Fass. Alles, was für den Körper negativ ist und nicht unmittelbar bewältigt werden kann, wird in ihm – so wie in einem Fass – gespeichert. Dazu gehören Abfallprodukte des Stoffwechsels genauso wie Restzustände nach Entzündungen oder Infektionen, Belastungen durch Schwermetalle oder Umweltgifte, Allergien oder Unverträglichkeiten, übermäßiger körperlicher oder psychischer Stress und vieles anderes mehr.

Nun hat zwar jeder Mensch entsprechend seiner Konstitution ein „anderes Fass“, aber irgendwann ist selbst das größte Fass voll. Läuft es über, spüren wir Krankheitssymptome. Wir neigen auch dazu, dem letzten Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hat, die Schuld zu geben.

Für den Allergiker ist gerade dieser Punkt besonders wichtig, ist doch der Auslöser einer Allergie meist nur „ein kleiner Tropfen“. Aber genau darauf reagiert der Körper überschießend, weil das Fass voll und damit die Regulationsfähigkeit eingeschränkt ist. Dieses Fass zu entleeren, ist also der therapeutische Ansatz, den wir verfolgen.

IDEALZUSTAND GESUNDHEIT

Störfaktoren, Belastungen, Mangelsituationen

KOMPENSATION

Regelkreise Rückkopplung

ÜBERLASTUNG

Verschlackung, volles Fass

DEKOMPENSATION

Funktionsstörung

KRANKHEIT

Zerstörung

IRREVERSIBLER ORGANSCHADEN